
(© Archiv der Theo-Koch-Schule)
Siegbert Glück wurde am 3. Dezember 1920 in Allendorf/Lumda geboren. Sein Vater war Hermann Glück, geboren am 19. Januar 1887 in Allendorf an der Lumda, Pferdehändler in dritter Generation. Seine Mutter Lilli (Lilly) Glück, geborene Fuld, war am 17. Mai 1891 in Staden im Kreis Friedberg (heute Wetteraukreis) zur Welt gekommen, wo ebenso wie in Allendorf/Lda seit dem 18. Jahrhundert eine jüdische Gemeinde bestand. Siegbert hatte keine Geschwister.
An Ostern 1927 wurde Siegbert Glück in die erste Klasse der Allendorfer Volksschule aufgenommen. Nach vierjährigem Volkschulbesuch trat er an Ostern 1931 in die Sexta (heute 5. Klasse) der Oberrealschule Grünberg ein. Zwar war er in seiner Klasse das einzige jüdische Kind, aber in den höheren Klassen gab es jüdische Lernende aus den umliegenden Dörfern: in Obertertia (heute 11. Klasse) Hermann Roth aus Nieder-Ohmen, in Untertertia (heute 10. Klasse) Erwin Stiebel aus Allendorf/Lda, in Quarta (heute 7. Klasse) Hans Ludwig Strauß aus Nordeck, in Quinta (heute 6. Klasse) Edith Bick aus Nieder-Ohmen und Else Jacob aus Nieder-Gemünden.
Siegbert Glücks Berufsziel stand schon früh fest: „Der Wunsch meiner verstorbenen Eltern war“, erklärt er rückblickend im Entschädigungsverfahren, „mich Anwalt studieren zu lassen. Mein Vater hatte ein [sic] Cousin in Gießen, Leopold Katz, Bahnhofstrasse, der sehr bekannt war als Rechtsanwalt.1 Im Jahre 1931 wurde ich in der Oberrealschule Gruenberg angenommen, um mein studieren [sic] zu beginnen. Zur Zeit war ich 10 Jahre alt.“2
Aus den Studienplänen sollte nichts werden. Peter Süßkand, der spätere Schulleiter der Theo-Koch-Schule Grünberg, bescheinigt Siegbert Glück für das Entschädigungsverfahren: „Herr Siegbert Glück […] besuchte die Klassen Sexta und Quinta dieser Schule, damals Oberrealschule Grünberg, von Ostern 1931 bis zum 30.3.1933. Er hatte das Ziel der Klasse, die Versetzung nach Quarta, erreicht. Das Abgangszeugnis weist gute bis befriedigende Leistungsnoten, in Betragen die Note ‚Sehr gut‘ auf. Es trägt den Vermerk, daß der Schüler ‚auf Wunsch des Vaters‘ in die Volksschule zurückgetreten sei. Es ist anzunehmen, aber aus den Schulakten nicht zu belegen, daß der Austritt unter dem Druck der damaligen Rassengesetzgebung erfolgte. Noch vier andere als ‚israelitisch‘ aufgeführte Schüler [Erwin Stiebel aus Allendorf/Lda, Edith Bick aus Nieder-Ohmen, Else Jacob aus Nieder-Gemünden und Robert Katz aus Bad Wildungen] verließen zu gleichem Zeitpunkt ohne Abschluß die Schule.“3
In einem späteren Schreiben versicherte Direktor Süßkand der Entschädigungsbehörde: „Der im Zeugnis angegebene Grund des Austritts {Siegbert Glück sei ‚auf Wunsch des Vaters‘ in die Volksschule zurückgetreten] ist selbstverständlich unzutreffend.“4 Für Siegbert Glück selbst stand der Grund seines Schulaustritts von Anfang an unzweifelhaft fest. „Im Jahre 1933 musste ich die (Hoch)Schule [vermutl. eine direkte Übersetzung von ‚high school‘] Gruenberg verlassen da ich Jude war.“5
Auch eine Tante von Siegbert Glück, Paula Wetzstein aus Treis an der Lumda, bestätigte diese Darstellung: „Ich kannte Siegbert Glueck schon als Kind. Sein Vater, Hermann Glueck war vermoegend und in der Lage seinen einzigen Sohn studieren zu lassen. Die Eltern von Siegbert sprachen oft davon, dass er Rechtsanwalt werden sollte. Sie schickten ihn deshalb im Jahre 1931 in die Oberrealschule in Gruenberg, Oberhessen. Durch die nationalsozialistischen Verfolgungsmassnahmen wurde es ihm jedoch unmoeglich gemacht die vorgeschriebene Schulzeit zu beenden. Er musste schon fruehzeitig aus der dortigen Hoeheren Schule ausscheiden.“6
Und wie ging es nach der Beendigung der Allendorfer Volksschule weiter? „Das Abitur“, so Siegbert Glück im Entschädigungsverfahren, „konnte ich natuerlich auch nicht ablegen. So war nicht nur der sehnlichste Wunsch meiner Eltern, dass ihr Sohn Rechtsanwalt studieren sollte hinfaellig geworden, sondern mir war es auch damit unmoeglich gemacht einen gehobenen Beruf zu ergreifen, da mir die notwendige Schulbildung dazu fehlte. Praktisch gesehen hatte ich in den Jahren 1934 bis 1940 ueberhaupt keine Beschaeftigung, ganz davon abgesehen, dass die wirtschaftliche Grundlage der Juden in diesen Jahren immer schmaler wurde.“7
Über die jüdische Gemeinde in Allendorf/Lda heißt es in einer Dokumentation des Arbeitskreises Deutscher Widerstand: „Von den 61 jüdischen Bürgern, die 1932/33 im Ort lebten, gelang etwa 16 die rechtzeitige Auswanderung. Andere versuchten, sich durch Umzug in größere Städte zu schützen. Die meisten Familien hatten vom Viehhandel und kleineren Geschäften gelebt. Bereits am 15. November 1933 hatte sich die Stadt damit gebrüstet, daß der traditionelle Vieh- und Krämermarkt, der Nikelsmarkt, als erster „judenfreier Markt“ abgehalten werden würde. Die Synagoge, Nordecker Str. 3, zu der Schule und Lehrerwohnung gehörten, war bereits vor 1938 verkauft worden; so entging das Gebäude, inzwischen als Wohnhaus genutzt, der äußeren Zerstörung. […] Bereits kurz nach dem 13. März 1933 nutzten Allendorfer SA-Leute anläßlich des Regierungswechsels im Volksstaat Hessen – die demokratische Regierung Adelung wurde durch eine nationalsozialistische unter dem bisherigen Landtagspräsidenten Werner abgelöst – die Gelegenheit, mit den jüdischen Bürgern ‚abzurechnen‘.“8
Beim Novemberpogrom in Allendorf war auch die Familie Glück betroffen. So berichtete ein beteiligter SA-Mann: „Zu Hause angekommen, erfuhr ich, daß die gesamte Einrichtung und alle sakralen Gegenstände der hiesigen Synagoge auf die Straße geworfen worden waren. Anschließend brachten Gemeindebedienstete diese zum Sportplatz, um sie dort öffentlich zu verbrennen. […] Nachdem das Feuer abgebrannt war, erhielten ich und drei weitere SA-Leute vom Ortsgruppenleiter den Befehl, den örtlichen Juden einen Denkzettel zu verpassen, an den sie ihr Leben lang denken sollten. Wir rüsteten uns im Gasthaus Zinner mit Äxten aus und drangen in die Häuser der jüdischen Familien Stiebel, Glück, Miltenberg, Flora Stiebel, Grünewald, Rosengarten, Isenberg und Weinberg ein. Ich sagte den anwesenden Juden, sie sollten sich in die Küche zurückziehen und sich ruhig verhalten. Ihnen persönlich werde nichts geschehen. Ebenso wurde ihnen zugesagt, daß die Kücheneinrichtungen unversehrt bleiben würden. Wir zertrümmerten die Einrichtungsgegenstände, schlitzten die Betten auf und schlugen die Fensterscheiben ein. Im Wohnhaus der Familie Stiebel zerstörten wir eine große Anzahl Fotoapparate, die in zwei Koffern verpackt waren und als Startkapital zum Aufbau einer neuen Existenz in Amerika dienen sollten. Ein größerer Teil der Allendorfer Bürger sah unserem Tun zu, und zum Teil unterstützten sie uns mit Beifallskundgebungen. Anschließend holten sich manche Einwohner Gegenstände und Lebensmittel unberechtigterweise aus den beschädigten jüdischen Häusern.“9
Nach dem Novemberpogrom wurde Siegbert Glück in das Konzentrationslager Buchenwald eingeliefert. Dort war er mit der Häftlingsnummer 23121 bis zum 23. Dezember 1938 inhaftiert. Der Historiker Harry Stein schreibt über die jüdischen Buchenwald-Häftlinge: „[A]ls das Regime die wirtschaftliche Ausschaltung und Vertreibung der jüdischen Bevölkerung durch Terror beschleunigte, begann die Masseneinlieferung von deutschen und österreichischen Juden nach Buchenwald und erreichte ihren Höhepunkt durch die Inhaftierung der ‚Aktionsjuden‘ nach den Novemberpogromen. […] Juden waren […] als erste davon betroffen, wenn sich die Lebensumstände bei Überfüllung des Lagers radikal verschlechterten. Die SS führte in den jüdischen Baracken gezielt Notlagen herbei. So sperrten die SS-Ärzte für Juden mehrfach die Krankenbehandlung und verwiesen sie in ein in jeder Hinsicht primitives ‚Judenrevier‘. Unter Lagerkommandant Koch – als offener Judenhass karrierefördernd war – gab es viele Block- oder Kommandoführer, die durch Misshandlung von Juden besonders auffielen. […] Da ihre Verhaftung anfangs vor allem dazu diente, die Aufgabe des Besitzes und die Emigration zu erzwingen, war in vielen Fällen durch Vorlage eines Ausreisevisums die Entlassung möglich.“10
Zu Beginn des Jahres 1940 gelang dem erst 19-jährigen Siegbert Glück die Flucht aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Nachdem er sich in Stuttgart ein amerikanisches Visum besorgt hatte, schiffte er sich in Rotterdam ein – schon vier Monate später, nach dem Überfall der deutschen Wehrmacht auf die Niederlande, wäre das nicht mehr möglich gewesen –, überquerte „mit Dampfer Veendam der Holland America Line“ den Atlantik und kam am 5. Februar 1940 in New York an.11 Sein Zielort war Norwalk in Connecticut; vermutlich lebten dort Verwandte von ihm.
Über seine erste Zeit im Exil schreibt Siegbert Glueck: „Hier [in den USA] konnte ich natürlich nicht auf die Hochschule gehen, da mir die notwendigen Mittel dazu fehlten und ich in die Fabrik gehen musste, um mich ueberhaupt ernaehren zu können. Heute bin ich 34 Jahre alt und meine wirtschaftliche Lage ist alles andere als stabil. Anstatt Rechtsanwalt geworden zu sein verkaufe ich Schuhe.“12
Im Oktober 1949 heiratete er Helen Rindsberg, die mit ihren Eltern vor den Nazis aus der Oberpfalz geflohen war. Im Juli 1957 stellte Siegbert Glück, der seinen Nachnamen nun ‚Glueck‘ schrieb, einen Antrag auf Entschädigung des erlittenen Unrechts. Zu diesem Zeitpunkt lebte er in South Norwalk, Connecticut, USA, 59 Cedarcrest Place, war verheiratet, hatte aber noch keine Kinder. Später – die Geburtsdaten sind unbekannt – wurden die Töchter Lynn Susan und Melanie J. geboren.
Am 26. Juni 2010 starb Siegbert Glueck im Alter von 89 Jahren in New Jersey. Seine Frau Helen starb drei Tage nach ihm.
Und was geschah mit Siegberts Eltern? „Im Herbst 1942“, so heißt es in der Dokumentation des Studienkreises Deutscher Widerstand, „wurden die 22 noch in Allendorf wohnenden jüdischen Menschen deportiert:13 Sie wurden morgens aus ihren Wohnungen geholt und auf der Marktstraße zusammengetrieben. Es waren dies: Lilli und Hermann Glück, Lilli und Arthur Grünewald, Gustine und Moritz Isenberg mit ihren Töchtern Ruth und Anni, Chaaya Manela – 84 Jahre alt – und der zwölfjährige Heinz Manela, Sette und Max Rosengarten, Clara und Walter Schloß mit ihrem Sohn Gerd, Flora Stiebel, Betty und Herz Weinberg, Jettchen und Jakob Weinberg mit ihren Kindern Fritz14 und Hedwig. Ein Mitbürger, der Schuhmacher Georg Schaaf, besaß die Menschlichkeit, die verängstigten Menschen mit Reiseproviant zu versehen und sich von ihnen zu verabschieden. Von den Deportierten kehrte niemand zurück.“15
„Aus Oberhessen“, so die Historikerin Monica Kingreen, „wurden im September 1942 mehr als 600 Menschen deportiert. Für die Durchführung hatte die Darmstädter Gestapo zwei Sammellager vorgesehen – in Gießen und in Friedberg/Hessen –, jeweils auf etwa 330 Personen ausgelegt. Das Sammellager in Gießen war für die Juden aus dem Stadt- und dem Landkreis Gießen sowie aus dem Landkreis Alsfeld und aus Ilbeshausen-Hochwaldhausen (Landkreis Lauterbach) bestimmt […].“16
Das Sammellager in Gießen befand sich in der Goetheschule (Westanlage 43). Dorthin, so Kingreen, „wurden aus den verschiedenen Orten insgesamt 330 Menschen gewaltsam gebracht. […] Ganz aus der Nähe konnte der Schriftsteller Georg Edward das Geschehen beobachten. Er notierte am 16. September 1942 in sein Tagebuch: ‚Die letzten Juden sind gestern und heute gewaltsam aus Gießen wegtransportiert worden. Sie waren in der Goetheschule in unserer Nähe zusammengepfercht, und es war ein erschütternder Anblick für mich, eine Anzahl Freunde darunter zu sehen, denen man Pappdecklel umgehängt hatte, auf denen Zahlen standen. Den unglücklichen Menschen wurde verboten, mehr als ganz wenig Gepäck mitzunehmen und so gut wie kein Geld. Alles Eigentum und Geld war konfisziert worden. Während der letzten zwei Nächte mussten sie auf Stroh in den leeren Schulzimmern schlafen. Sie wurden in Automobilen auf den Frachtbahnhof geschafft. […]'“17
Am 16. September 1942 wurden die oberhessischen Deportierten in das „Sammellager“ in der Darmstädter Liebigschule gebracht. Über die dort herrschenden Zustände „schrieb die 76-jährige Hella Flesch an ihre Enkelin: ‚Dort per Lastauto schreckliche Fahrt – wieder in eine Schule, dort auf dem Schulhof ausgeladen, scharfe militärische Bewachung. Dort saß man und hockte den ganzen Tag auf seinem Gepäck, und wieder war die gegenseitige Hilfe der einzige Trost und die Unterhaltung eine Abwechslung! […]‘ Allegemein zur Situation der Deportierten in den zurückliegenden drei Tagen schrieb Hella Flesch am 18. September 1942 in einem heimlich abgeschickten Brief an ihre Enkelin: ‚Wir haben schwere Tage mitgemacht, aber auch große Eindrücke von Güte, Tapferkeit, Hilfsbereitschaft. Die Hunderte von Menschen, die das Furchtbare mit uns teilen, sind ruhig, voller Gottvertrauen und helfen einander.'“18
Vom Darmstädter „Sammellager“ wurden am 27. September 1942 1.288 Menschen nach Theresienstadt deportiert, darunter auch 5 jüdische Personen aus Allendorf. Danach „waren noch mehr 880 Personen in der Liebigschule zurückgeblieben [darunter auch Lilly und Hermann Glück]. Sie wurden drei Tage später zu Fuß zum Darmstädter Güterbahnhof getrieben. […] Der Transport ‚Da84‘ war […] laut der Fahrplananordnung der Deutschen Reichsbahn für den 30. September 1942 von Darmstadt nach Izbica im Distrikt Lublin im besetzten Polen vorgesehen. Da zu dieser Zeit die Eisenbahnstrecke dorthin bzw. zu dem nahe gelegenen Vernichtungslager Sobibor immer noch zwischen Lublin und Cholm in nördlicher Richtung unbenutzbar war [….], war die Fahrt nicht wie geplant möglich. Es muss daher angenommen werden, dass der Transport ‚Da 84‘ nicht in den damaligen Distrikt Lublin führte, sondern in den damaligen Distrikt Warschau, und zwar unmittelbar in das von den Deutschen eingerichtete Vernichtungslager Treblinka. […] Es ist davon auszugehen, dass fast alle Menschen diese Transprotes in den Gaskammern von Treblinka ermordet wurden, und zwar nur wenige Tage nach ihrer Abfahrt aus Darmstadt am 30. September 1942.“19
- Es handelt sich um Dr. jur. Leopold Katz, geboren am 2. Dezember 1878 in Großen-Buseck; vgl. Müller (2021), S. 309 und S. 316 f. Leopold Katz‘ Mutter Sprintz/Lisette Katz, geb. Glück, geboren am 8. Februar 1855 in Allendorf/Lda, war die Schwester von Siegbert Glücks Großvater Löb Glück. Hanno Müller zitiert aus dem Lebenslauf, den Leopold Katz seiner Dissertation „Die rechtliche Stellung der Israeliten nach dem Staatskirchenrecht des Grossherzogtums Hessen“ vorangestellt hat: „Ich bin am 2. Dezember 1878 zu Grossen-Buseck im Kreise Giessen geboren. Nachdem ich die Volksschule meines Geburtsortes bis zum vollendeten 12. Lebensjahr besucht, dann eine Zeitlang Privatunterricht genommen hatte, trat ich Ostern 1892 in die Untertertia der Realschule zu Giessen ein, die ich nach bestandenem Examen für ‚Einjährig-Freiwillige‘ im Juli 1896 verliess, um nach neunmonatlicher Vorbereitung Ostern 1897 in die Unterprima des Realgymnasiums zu Darmstadt einzutreten, das ich Ostern 18999 absolvierte. Hierauf widmete ich mich an der Universität Giessen dem Studium der Rechtswissenschaft. Im April 1901 legte ich an dem Grossh. Gymnasium zu Giessen das Ergänzungsexamen in der lateinischen und griechischen Sprache ab. Ich studierte sodann an den Universitäten Berlin und Giessen und bestand Ostern 1903 das juristische Fakultätsexamen an der Grossh. Landesuniversität zu Giessen. Hierauf war ich als Referendar am Amtsgericht Grünberg, am Landgericht der Provinz Oberhessen, bei der Staatsanwaltschaft daselbst und bei einem Rechtsanwalt tätig. Vom 1. April 1905 bis 1. April 1906 genügte ich meiner Militärpflicht. Danach setzte ich den anwaltlichen Vorbereitungsdienst wieder fort.“ (Müller [2012], S. 317.) – Seit 1918 praktizierte Dr. Leopold Katz „in der Bahnhofstr. 48/50 (Ecke Westanlage, gegenüber Hotel Schütz)“ (Inserat im Gießener Anzeiger Nr. 282 vom 30. November 1918, zitiert ebd., S. 316). ↩︎
- Entschädigungsakte von Siegbert Glück, Bl. 6. ↩︎
- Bescheinigung der Theo-Koch-Schule Grünberg vom 26. Februar 1957, in: ebd., Bl. 8. ↩︎
- Schreiben von Direktor Peter Süßkand an die Entschädigungsbehörde vom 22. August 1958, ebd., Bl. 25. ↩︎
- Ebd., Bl. 6. ↩︎
- Ebd., Bl. 7. ↩︎
- Ebd. ↩︎
- Studienkreis Deutscher Widerstand (1995), S. 28. ↩︎
- Zitiert nach ebd., S. 28 f. ↩︎
- Stein, in: Benz u. Distel (2006), S. 314 f. ↩︎
- Entschädigungsakte Siegbert Glück, Bl. 9. ↩︎
- Ebd., Bl. 6. ↩︎
- Nach Monica Kingreen waren es 26 Deportierte aus Allendorf/Lda: 5 Personen wurden am 27. September 1942 von dem Sammellager in der Liebig-Schule Darmstadt in das Ghetto Theresienstadt verschleppt, 21 Personen am 30. September 1942 in das besetzte Polen; vgl. Kingreen (2023), S. 323, 351 und 356. ↩︎
- Fritz Weinberg, geboren am 21. Juli 1913 in Allendorf/Lda, besuchte die Grünberger Realschule von Ostern 1919 bis Ostern 1926. ↩︎
- Studienkreis Deutscher Widerstand (1995), S. 29. ↩︎
- Kingreen (2023), S. 338. ↩︎
- Ebd., S. 342. ↩︎
- Ebd., S. 346. ↩︎
- Ebd., S. 356–359 passim. ↩︎
Quellen:
- Hauptliste der Schüler und Schülerinnen der Höheren Bürgerschule (bis Ostern 1914) und Realschule (O. 1914–O. 1926) und Oberrealschule (O. 1926–O. 1938) und Oberschule für Jungen (ab O. 1938). Grünberg i. H. Angefangen Ostern 1910, beendet mit Schluss des Schuljahres 1938/39 (Archiv der Theo-Koch-Schule).
- Oberrealschule Grünberg in Hessen. Schülerlisten 1929–1932/33 (Archiv der Theo-Koch-Schule).
- Anlage zur Veränderungsmeldung vom 23. Dez. 1938. Namentliche Liste der am 23. Dezember 1938 entlassenen Aktions-Juden, 1.1.5/ 5278303/ ITS Digital Archive, Arolsen Archives.
- Liste ehemaligen jüdischen Personen in Allendorf/Lda vom 9. Juli 1948, 2.1.1/ 70390831/ ITS Digital Archive, Arolsen Archives, Bl. 1 (G–We).
- Eintrag für Hermann Glück im online-Gedenkbuch des Bundesarchivs.
- Eintrag für Lilly Glück, geb. Fuld, im online-Gedenkbuch des Bundesarchivs.
- „The Norwalk Hour“ vom 19. Oktober 1949.
- Hanna Helen Glueck (Rindsberg): https://www.geni.com/people/Hanna-Glueck/6000000012400916457 (zuletzt aufgerufen am 19. Juli 2026).
- Family of Glueck, Siegbert and Rindsberg, Helen: https://cousinsconnection.com/familygroup.php?familyID=F12260&tree=tree1 (zuletzt aufgerufen am 19. Juli 2026).
- Entschädigungsakte von Siegbert Glück, Hessisches Hauptsstaatsarchiv Wiesbaden (HHStAW), Best. 518, Nr. 52357.
- Studienkreis Deutscher Widerstand (Hg.): Heimatgeschichtlicher Wegweiser zu den Stätten des Widerstandes und der Verfolgung. 1933–1945. Band 1/2. Hessen II: Regierungsbezirke Gießen und Kassel, Frankfurt 1995.
- Harry Stein: Buchenwald – Stammlager. In: Wolfgang Benz und Barbara Distel (Hg.): Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 3: Sachsenhausen, Buchenwald, München 2006, S. 301–356.
- Hanno Müller: Juden in Gießen. 1788–1942. Hg. von der Universitätsstadt Gießen, Gießen 2012.
- Christine Hühn: Familienbuch der Juden in Allendorf an der Lumda. Hg. von der Evangelischen Kirchengemeinde Alllendorf und der Arbeitsgemeinschaft Heimatgeschichte Allendorf a. d. Lumda e.V., o. O. u. o. J. [2019].
- Monica Kingreen: Die Deportation der Juden aus Hessen von 1940 bis 1945. Selbstzeugnisse, Fotos, Dokumente. Aus dem Nachlass herausgegeben und bearbeitet von Volker Eichler, Wiesbaden 2023 (=Schriften der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen, Bd. 32).
- https://www.alemannia-judaica.de/allendorf_synagoge.htm (zuletzt aufgerufen am 19. Juli 2026).
- https://www.alemannia-judaica.de/staden_synagoge.htm (zuletzt aufgerufen am 19. Juli 2026).
