Walter Isidor Schoenfeld

Geb. am 12. September 1906; Schulbesuch in Grünberg von 1916 bis 1921; nach Auschwitz deportiert, ermordet

Walter Isidor Schönfeld als Untersekundaner, Realschule Grünberg, Ostern 1921 (Ausschnitt) (© Archiv der Theo-Koch-Schule)

Walter Isidor Schönfeld wurde am 12. September 1906 in Kesselbach, heute ein Ortsteil der Rabenau, geboren. Sein Vater, der Metzger Simon Schönfeld, geboren am 15. Juli 1859 in Kesselbach, konnte seinen väterlichen Stammbaum bis mindestens zur Mitte des 18. Jahrhunderts zurückverfolgen. Seine Mutter Malchen oder Amalie, geb. Katzenstein, war am 8. Oktober 1866 in Frankenau im Kreis Waldeck-Frankenberg geboren worden, wo bis 1938/39 eine jüdische Gemeinde bestand, deren Entstehung in die Zeit des 17./18. Jahrhunderts zurückgeht.

Walter Isidor Schönfeld wurde in seiner Kindheit Isidor gerufen, später nannte er sich Walter. Er war das jüngste von vier Kindern, die alle in Kesselbach das Licht der Welt erblickten: Arthur, geboren am 8. März 1889, Moritz, geboren am 5. Februar 1891, und Hermann, geboren am 9. März 1898. Nur drei von ihnen erreichten das Erwachsenenalter – Walters älterer Bruder Hermann starb im Alter von knapp vier Jahren am 13. Januar 1903 vormittags um 10 Uhr in Kesselbach.

Nach vierjährigem Volksschulbesuch in Kesselbach trat Walter Isidor Schönfeld an Ostern 1916 in die Quinta (heute 6. Klasse) der Grünberger Realschule ein. Bereits sein älterer Bruder Moritz hatte die Grünberger Höhere Schule von 1902 bis 1906 besucht. In seiner Klasse war Walter Isidor Schönfeld zwar das einzige jüdische Kind, aber über alle Jahrgänge verteilt waren im Schuljahr 1916/17 von insgesamt 148 Schülern und Schülerinnen immerhin 9 Kinder jüdisch, also 6,1 Prozent: In Sexta (heute 5. Klasse) Julius Simon aus Londorf, in Quarta (heute 7. Klasse) Julius Stern aus Nieder-Ohmen, in Untertertia (heute 8. Klasse) Willi Jonas aus Kesselbach, Siegfried Simon aus Londorf und Leopold Stiebel aus Allendorf an der Lumda, in Obertertia (heute 9. Klasse) Ebo Rothschild aus Londorf und Siegfried Stern aus Kesselbach sowie in Untersekunda (heute 10. Klasse) Paul Wetzstein aus Treis an der Lumda. Letzterer machte am 22. Februar 1917 die „Einjährig-Freiwilligen-Prüfung“, ein Äquivalent zur heutigen Mittleren Reife.

Walter Isidor Schönfelds erste Jahre auf der Grünberger Realschule waren geprägt von den Auswirkungen des ersten Weltkriegs, an dem sein älterer Bruder Moritz von November 1916 bis Kriegsende als Soldat teilnahm. Der Bericht der Grünberger Realschule für das Schuljahr 1916/17 wird eröffnet mit einer Todesanzeige für einen „[i]m Kampfe für das Vaterland“ vor Verdun gefallenen Lehrer.1 Im Kollegium herrschte große Fluktuation wegen der vielen Kriegseinsätze. Die Schülerinnen und Schüler wurden „zur Festigung der Kriegswirtschaft“ immer wieder zu Sammelaktionen angehalten: Münzgold, Gold- und Silbergeräte, Obstkerne zur Ölbereitung und Brennesselstengel für Nesseltuch.2 Durch den Kriegsbetrieb gab es Einschränkungen im Zugverkehr, die auch Walter Isidor Schönfeld als auswärtigen Schüler betrafen: „Für die Rückfahrt ist den in der Richtung Londorf und Lich reisenden Schülern […] erst spät nachmittags Gelegenheit geboten. Vorläufig ist eine Aenderung dieses unerfreulichen Zustandes schwerlich zu erhoffen.“3

Unterrichtsverteilung an der Grünberger Realschule im Schuljahr 1916-17; in: Jahresbericht 1916-17
(© Stadtarchiv Grünberg)
Fahrplan der Lumdatalbahn (Ausschnitt), veröffentlicht im Grünberger Anzeiger vom 29. April 1916
(© Stadtarchiv Grünberg)

In dem von Lehrer Otto Steuernagel verfassten Rückblick auf die Kriegsjahre, veröffentlicht in der Festschrift zum 50-jährigen Bestehen der Realschule im Jahr 1926, heißt es pathetisch: „Wenn die Glocken einen Sieg einläuten, da sammelt man sich schnell im Zeichensaal und zieht im Geiste hinaus zu jenem feldgrauen Heer, dessen Siegeswillen die Heimat ihre friedliche Geborgenheit verdankt. So gingen die Jahre unter Begeisterung und Entbehrung, Siegesfreude und Todestrauer, Aufregung und Spannung, Hoffnung und Gebet. Immer mehr wächst die Zahl unserer früheren Schüler, die hinausziehen, in ganz jungen Jahren legt mancher das feldgraue Ehrenkleid an. Aber sie alle stehen ihren Mann, ihrer Bildungsstätte Ehre machend. Und ach! wie hat der Heldentod ihre Reihen so bald gelichtetet, besonders die der 1., 2. und 3. ‚Einjährigen‘.“4

Im November 1918, als Walter Isidor Schönfeld in Untertertia war, endete der Krieg – für den Autor der Festschrift eine Schmach: „Und es kam ein Novembertag, alle Hoffnungen zu Schanden. Und dann kam die Demobilmachung, und die Jugend bewundert das militärische Treiben des Rückzugs, unser Schulhof steht voller Geschütze und Wagen. Die Volksschule wird Waffenquartier, ihre Klassen finden Zuflucht in unseren Räumen. Der Unterricht, im November argen Störungen ausgesetzt, gleitet wieder in ruhigere Bahnen.“5 Und auch von demokratischen Debatten bekam man in Grünberg wenig mit: „Ruhige, sichere Kleinarbeit leisteten wir, während draußen der Kampf um die Schulreform gar laut entbrannte.“6

An Ostern 1921 bestand Walter Isidor Schönfeld die sogenannte „Einjährigen-Prüfung“, erwarb also seine ‚Mittlere Reife‘. Auch wenn die Zeugnisse aus dieser Zeit nicht erhalten sind, lässt sich vermuten, dass Walter Isidor ein guter Schüler war, heißt es doch in den Memoiren seines Neffen Sidney Schonfeld, dem Sohn von Moritz Schönfeld: „Walter was the brains of the family with a PhD in German Literature.“7

Die Untersekunda der Grünberger Realschule an Ostern 1921; Walter Isidor Schönfeld: schräg rechts hinter dem mittig sitzenden Direktor Angelberger (© Archiv der Theo-Koch-Schule)

Laut Schülerliste der Höheren Bürgerschule wechselte Walter Isidor Schönfeld nach dem Austritt aus der Grünberger Realschule zur Gießener Oberrealschule. Vermutlich machte er dort an Ostern 1924 sein Abitur. Am 1. September 1924 zog er nach Gießen und machte eine kaufmännische Lehre. Eine Zeitlang wohnte er in der Mühlstraße 5 in der Gießener Innenstadt.

Am 15. Januar 1925 zog Walter Isidor Schönfeld zurück nach Kesselbach. Im Ehemaligenverzeichnis der Festschrift der Grünberger Realschule von 1926 ist er als Kaufmann in Kesselbach aufgeführt. An anderer Stelle ist er als „kaufm. Vertreter“ bezeichnet.8 Dazu gab der Kesselbacher Bürgermeister in einer eidestattlichen Versicherung vom 29. Juli 1963 folgende Auskunft: Nach Befragung „verschiedene[r] ältere[r] Mitbürger“ könne er „berichten, daß Herr SCHOENFELD seit seiner Schulentlassung bis zur zwangsweisen Auswanderung bei der Firma Bär (genannt: Betten-Bär) GIESSEN – wahrscheinlich ein jüdisches Unternehmen – beschäftigt war. Er soll dort seine kaufmännische Lehre absoviert haben und weiter als kaufmännischer Angestellter beschäftigt gewesen sein. Sein Interesse, über die Angestellten-Tätigkeit hinaus für seine Firma tätig zu sein, hat sich auch in KESSELBACH verschiedentlich in der Form gezeigt, daß Herr SCHOENFELD sich Aufträge für Betten-Ausstattung etc. hier am Ort für seinen Arbeitgeber hereingeholt hat.“9

Vermutlich wohnte Walter Isidor Schönfeld während dieser Zeit im Elternhaus in Kesselbach mit der Metzgerei, die sein älterer Bruder Arthur 1922 von seinem Vater Simon Schönfeld übernommen hatte. Dazu schreibt Artur Rothmann, dessen Aufsatz zum jüdischen Leben in der Rabenau überwiegend auf Zeitzeugenaussagen beruht: „In der Mittelgasse 7 lebte ein zweiter Metzger [neben Nathan Simon, Borngasse 2], Arthur Schönfeld, mit seiner Ehefrau Paula. Sie hatten drei Kinder: Helmut, Margrit und Hildegard. Arthur war […] ein Bruder von Moritz Schönfeld in Londorf und hatte denselben Spitznamen ‚Beßche‘.“10 Nach Rothmann stammte dieser Spitzname von der Frage „Willste net a beßche Flääsch?“ („Willst du nicht ein bisschen Fleisch?“), die sowohl Moritz als auch Arthur Schönfeld potentiellen Kunden gestellt haben sollen.11

Familie Schönfeld in Kesselbach, ca. 1928; hinten: Arthur und Moritz Schönfeld; sitzend: Paula Sch., geb. Mayer, Ehefrau von Arthur, Simon Sch., Moritz‘ Sohn Siegmund (Sidney) Sch., Amalie Sch., geb. Katzenstein, Margrit/Margot/Margarethe Sch., Hellmuth (Bobby) Sch. (Kinder von Arthur Sch.); abgedruckt in: Müller (2023), S. 103
(© Joseph Klein / Verein für Heimat- und Kulturgeschichte der Rabenau)

Im Wintersemester 1932 begann Walter Isidor Schönfeld ein Studium der Politikwissenschaft an der Gießener Universität. Nur ein Vierteljahr durfte er sich in die Bücher vertiefen: Am Januar 1933, als die Nazis an die Macht kamen, wurde er zwangsexmatrikuliert. Am 19. August 1933 meldete sich Walter Isidor Schönfeld nach München ab. Vermutlich noch im selben Jahr – die Angaben darüber sind widersprüchlich – emigrierte er nach Holland und lebte in Amsterdam.

Von dort reiste er im April 1936 unter großen Gefahren nach Hamburg, um die Familie seines Bruders Moritz zu verabschieden, die sich nach New York einschiffte. Sein Neffe Siegmund/Sidney erinnert sich: „The highlight of our departure was that my uncle Walter, my father’s younger brother, came from Holland to say goodbye to us. For him to come to Hamburg was taking a real risk because he did not have permission to travel, which was required for Jewish people in those days. It was the highlight of my departure to see him because I sat on his lap and he spoke to me almost like an adult rather than as a boy. He kept repeating to me ‚You must take every opportunity you can to learn and to study and to expand your horizons.'“12

Im Jahr 1937 heiratete Walter Isidor Schönfeld Margarete Katz, geboren am 27. Februar 1909 in Ottweiler im Rheinland, die direkt nach der Machtübernahme der Nazis nach Holland emigriert war. Aufgewachsen war sie als viertes von acht Kindern in Borken im Bezirk Kassel. Dort wirkte ihr Vater Levi Katz – seit 1910 und noch bis zu seiner Emigration 1939 – als Kantor und Lehrer an der jüdischen Volksschule. Von Beruf war Margarete Katz Modistin. Ihr Bruder Fred Katz bestätigte im Entschädigungsverfahren, „dass meine Schwester in Deutschland zwischen den Jahren 1927 bis 1933 als Modistin gearbeitet hat und zwar nach einer Lehre im Putzsalon Jenny Stern in Kassel von 1927 bis 1930, von 1930 bis 1932 in Frankfurt/Main und von 1932 bis 1933 in Konstanz, bis sie in 1933 gezwungen war nach Holland umzuziehen.“13

Nach ihrer Hochzeit lebten die Schönfelds in der Bronkhorststraat 34 in Amsterdam. Margarete hatte ihr eigenes Hutgeschäft; Walter arbeitete als Vertreter für Lederwaren. Am 14. Juli 1938 wurde ihre Tochter Gertruide Simone Gittel geboren, auch Trude, Truusje oder – später in den USA – Trudy genannt.

Walter Isidor Schönfeld; abgedruckt in Müller (2023), S. 104
(© Sidney Schonfeld, USA)
Margarete Schönfeld, geb. Katz; abgedruckt in Müller (2023), S. 104
(© Sidney Schonfeld, USA)
Truusje (Trude) Schönfeld; abgedruckt in Müller (2023), S. 104
(© Sidney Schonfeld, USA)

Nachdem die Nazis im Mai 1940 die Niederlande überfallen und besetzt hatten, verfügten sie ab Mai 1942 das Tragen des Judensterns für die jüdische Bevölkerung; auch Margarete und Walter Schönfeld waren von dieser – im wahrsten Sinne des Wortes – diskriminierenden Maßnahme betroffen. Bereits im Februar 1941 hatten die deutschen Besatzer die Etablierung eines „Judenrates“ erzwungen, der sich an der Erfassung und Verfolgung der niederländischen jüdischen Bevölkerung und der deutschen jüdischen Flüchtlinge zu beteiligen hatte. Vom 19. August 1942 an hatte Walter Schönfeld eine Anstellung bei diesem Judenrat; dadurch war die Familie zunächst vor der Deportation geschützt.

Als die Deportationen zunahmen, suchten die Schönfelds nach einem Ausweg. Aus der Beschreibung zu den „Trudy Katzer Papers“, einer Sammlung von Dokumenten und Objekten von Trudy Schönfeld-Katz, verh. Katzer, beim US Memorial Museum im Washington, erfahren wir man Folgendes: „Their neighbor, Mimi Grinberg de Silva Rosa, a German Protestant married to a Portuguese Jew, was active in the Dutch underground. While working at the Jewish Council, Walther was told by a German official that they would not bother Jewish families that stayed together. Grete did not believe this and, in 1943, asked Mimi to hide Truusje as round-ups of Jews increased. Mimi obtained false papers for the family, but Walther would not accept them because he feared he would betray Mimi if he was caught.“14

„Around this time,“ heißt es weiter in der Beschreibung der Trudy Katzer papers, „Grete’s father [Levi Katz] and her brother [Werner Katz] were sent to Westerbork transit camp, and then deported to Theresienstadt concentration camp. Mimi placed Truusje with a Christian family in the countryside, but she had to be moved back to Amsterdam after she told the neighborhood children that she was Jewish. The night after Truusje returned, the Germans conducted a round-up of Jews and the family was ordered to go to a synagogue. They returned home after their names were not called but, later that night, the Germans raided their apartment and took Walther, Grete, and Truusje to a fenced schoolyard where they were held for deportation transport.“15

In letzter Sekunde konnte Truusje vor der Deportation gerettet werden: „Mimi found out where they were and got a marshall in the yard to tell her where the Schoenfeld’s were located. She then told the guards that she had left her wallet there, went over and put Truusje on her bicycle, and rode out of the field.“16

Von dieser Rettungsaktion gibt es weitere Versionen. So gab Trudys späterer Adoptivvater Fred Katz, der Bruder ihrer Mutter, im Entschädigungsverfahren zu Protokoll: „Gertrude Schoenfeld-Katz: Wurde aus dem schon abfahrenden Zuge, in dem sie mit den Eltern abtransportiert werden sollte, herausgereicht & von Frau Silva da Rosa verborgen.“17

Trudys Cousin Sidney Schonfeld, der Sohn von Walters Bruder Moritz Schönfeld, gibt die Geschichte so wieder: „[O]ne day their family was herded into a schoolyard and then loaded onto cattle trains and shipped to concentration camps. By great fortune, before the train came, a neighbor of theirs came by bicycle and took Trude from my aunt and uncle in order to save her. As the man [sic] was leaving the schoolyard with Trude on his bicycle, an SS Troop member stopped them and asked the neighbor where he was taking this Jewish girl. The man replied, ‚Jewish girl hell, these Jews tried to steal my daughter and I came to save her.‘ The SS trooper apologized and made way for him to leave, and so Trude’s life was saved.“18

Levi Katz, Trudys Opa mütterlicherseits, notierte am 20. Januar 1946 in sein Tagebuch: „Trudchen, mein liebes Enkelchen, hat A’dam [Amsterdam] verlassen. Gott hat es bisher wunderbar erhalten. Kurz nachdem ich am 25.5.43 A’dam verlassen [Deportation nach Theresienstadt], gaben es seine Eltern Walter Schoenfeld & Margarete (Grete) geb. Katz fort. Nach 6 Wochen holten sie das Kind zurück. Es sagt noch: Ich will immer lieb sein & will bei Mammi & Pappi bleiben. Aber in derselben Nacht (Freitag) werden sie alle Drei [unleserlich] Polderweg mitgenommen, wo sie den Sabbat verbringen. Alle Versuche, das Kind nach außen zu bringen, sind vergleblich. Im letzten Moment, als Grete sich zur Bahn tragen [unleserlich], ruft Frau Mimi da Sylva Rosa, die es bisher betreut, Trudchen & man reicht ihr das Kind über das Gitter – es ist gerettet, ein großes Wunder.“19

Truusjes Eltern konnten nicht gerettet werden. Zusammen mit anderen Mitgliedern des Judenrats wurden Margarete und Walter Schönfeld am 24. Juli 1943 in das KZ und Sammellager Westerbork eingeliefert. Wenige Wochen später, am 7. September 1943, wurden sie nach Auschwitz deportiert und ermordet. Als Todesdatum wurde für Margarte Schönfeld der 30. November 1943 festgelegt, für Walter Isidor Schönfeld der 31. März 1944.

Die Gefahr für Truusje war noch nicht vorbei. Fred Katz, Truusjes späterer Adoptivvater, berichtet: Mimi Silva da Rosa und ihr Ehemann „hatten Betraege v. [den] Eltern erhalten, die sie fuer den Unterhalt des Kindes benutzten. Da das Kind deutsch sprach und sich als Juedin bezeichnete musste sie stets von einem Platz zum anderen gebracht werden & verborgen gehalten werden unter unwuerdigen Umstaenden – Dunkelzim[m]er – Keller, Mansarde – Stallungen usw. Mit Abzug der Deutschen Armee aus Holland in 1945 aus Amsterdam kam sie zu Frau Silva da Rosa zurueck. Ihr aus dem K-Z. Theresienstadt zurueckgekehrter Grossvater: Levi Katz, jetzt Israel, frueher Kantor und Lehrer in Borken Bez. Kassel fand sie dort. Sie kam mit Dez. 1946 mit Grossvater, der Vater ihrer Mutter & von Fred Katz ist, hier an. […] Hier musste das Kind zunaechst ‚aufgepeppelt‘ werden, da es vollkommen unterernaehrt war. […] Die […] Adoption erfolgte in 1948.“20

Fred Katz und seine Ehefrau bezeichneten ihre Adoptivtochter als „ausserordentlich begabt.“21 Von Juni 1953 bis September 1957 besuchte sie die Tilden High School und die Wingate High School in Brooklyn, New York. Von Februar 1958 bis Juni 1961 absolvierte sie ein Studium der englischen Sprache am Brooklyn College, das sie „cum laude“ abschloss. Am 18. März 1961 heiratete sie und bekam einen Sohn, Paul.


Quellen:

  • Hauptliste der Schüler und Schülerinnen der Höheren Bürgerschule (bis Ostern 1914) und Realschule (O. 1914–O. 1926) und Oberrealschule (O. 1926–O. 1938) und Oberschule für Jungen (ab O. 1938) Grünberg i. H. Angefangen Ostern 1910, beendet mit Schluss des Schuljahres 1938/39 (Archiv der Theo-Koch-Schule).
  • Großherzogliche Realschule zu Grünberg in Hessen. Bericht über das Schuljahr 1016–17, Grünberg 1917 (Archiv der Theo-Koch-Schule).
  • 50 Jahrfeier der Oberrealschule zu Grünberg in Hessen. 22.–24. Mai 1926. Gedenkblätter von Oberstudienrat W. Angelberger und Studienrat O. Steuernagel, Grünberg 1926 (Archiv der Theo-Koch-Schule).
  • Karteikarte des Amsterdamer Judenrates für die Familie Schönfeld, 1.2.4/ 130371401/ Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Karteikarte des KZ und Sammllagers Westerbork für Walter und Margarete Schönfeld, 1.2.4/ 130371242/ Digital Archive, Arolsen Archives.
  • Entschädigungsakte von Walter und Margarete Schoenfeld, HHStAW, Best. 518, Nr. 27915.
  • Description of the Trudy Katzer papers, USHMM Collection.
  • Sidney Schonfeld: A Good Name. My Life’s Journey, Echo Memoirs, Vancouver, Kanada, o. J. (Kopie zur Verfügung gestellt von Jens Hausner, Verein für Heimat- und Kulturgeschichte der Rabenau e.V.).
  • Artur Rothmann: Jüdisches Leben in der Rabenau. In: Gabriele Hofmann und Harald Jung (Hg.): 1250 Jahre Londorf. Die Zeit von 1958 bis 2008. Schriftenreihe des Vereins für Heimat- und Kulturgeschichte der Rabenau e. V., Londorf 2008, S. 72–112.
  • Hanno Müller: Juden in Rabenau. Geilshausen, Kesselbach, Londorf, Rüddingshausen. Jüdische Schüler in Grünberg, Lich 2023.
  • https://www.alemannia-judaica.de/frankenau_synagoge.htm (zuletzt aufgerufen am 20. August 2026).
  • https://www.alemannia-judaica.de/londorf_synagoge.htm (zuletzt aufgerufen am 23. August 2026).
  • https://www.alemannia-judaica.de/borken_synagoge.htm (zuletzt aufgerufen am 25. August 2026).
  • https://de.wikipedia.org/wiki/Judenrat_Amsterdam (zuletzt aufgerufen am 26. August 2026).
  • Eintrag für Walther Isidor Schönfeld im online-Gedenkbuch des Bundesarchivs.
  • Eintrag für Margareta Schönfeld, geb. Katz, im online-Gedenkbuch des Bundesarchivs.

  1. Jahresbericht Realschule Grünberg (1916/17), S. 3. ↩︎
  2. Jahresbericht Realschule Grünberg (1916/17), S. 7. ↩︎
  3. Jahresbericht Realschule Grünberg (1916/17), S. 7. ↩︎
  4. 50 Jahrfeier Oberrealschule Grünberg (1926), S. 57. ↩︎
  5. 50 Jahrfeier Oberrealschule Grünberg (1926), S. 57. ↩︎
  6. 50 Jahrfeier Oberrealschule Grünberg (1926), S. 58. ↩︎
  7. Schonfeld, A Good Name, S. 13. – Es konnte nicht geklärt werden, wann und wo Walter Isidor Schönfeld den Doktortitel in Germanistik erworben haben könnte; es ist lediglich bekannt, dass er ein Politikstudium an der Universität Gießen begann und nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 zwangsexmatrikuliert wurde. ↩︎
  8. Eidesstattliche Versicherung von Gertrude Schoenfeld-Katz vom 26. März 1958, Entschädigungsakte Walter und Margarete Schönfeld, Bl. 14. ↩︎
  9. Auskunft des Kesselbacher Bürgermeisters vom 29. Juli 1963, Entschädigungsakte Walter und Margarete Schönfeld, Bl. 54. ↩︎
  10. Rothmann, in: Hofmann u. Jung (2008), S. 101. ↩︎
  11. Rothmann, in: Hofmann u. Jung (2008), S. 99. ↩︎
  12. Schonfeld, A Good Name, S. 24. ↩︎
  13. Eidesstattliche Versicherung von Fred Katz vom 2. Februar 1965, Entschädigungsakte Walter und Margarete Schönfeld, Bl. 83. ↩︎
  14. Description of Trudy Katzer papers, USHMM Collection. ↩︎
  15. Description of Trudy Katzer papers, USHMM Collection. ↩︎
  16. Description of Trudy Katzer papers, USHMM Collection. ↩︎
  17. Eidesstattliche Versicherung von Fred Katz und Ehefrau vom 26. März 1958, Entschädigungsakte Walter und Margarete Schönfeld, Bl. 14. ↩︎
  18. Schonfeld, A Good Name, S. 13. ↩︎
  19. https://collections.ushmm.org/search/catalog/irn514268 (zuletzt aufgerufen am 26. August 2026); transkribiert von Müller (2023), S. 35. ↩︎
  20. Eidesstattliche Versicherung von Fred Katz und Ehefrau vom 26. März 1958, Entschädigungsakte Walter und Margarete Schönfeld, Bl. 14. ↩︎
  21. Eidesstattliche Versicherung von Fred Katz und Ehefrau vom 26. März 1958, Entschädigungsakte Walter und Margarete Schönfeld, Bl. 14. ↩︎