Manfred (Fred) Jonas

Geb. am 22. Januar 1908 in Londorf; Schulbesuch in Grünberg von 1917 bis 1923; in die USA emigriert

Manfred Jonas; Ausschnitt aus dem Klassenfoto der Untersekunda, Ostern 1923, Realschule Grünberg
(© Archiv der Theo-Koch-Schule)

Manfred Jonas kam am 22. Januar 1908 in Londorf, heute ein Ortsteil der Gemeinde Rabenau, zur Welt. Seine Eltern waren der Textilwarenhändler Julius Jonas, geboren am 14. Januar 1878 in Kesselbach, heute ebenfalls ein Ortsteil der Rabenau, und Rosa Stiebel, geboren am 22. Oktober 1881 im nahegelegenen Allendorf an der Lumda. Dort hatte am 10. August 1903 die Hochzeit stattgefunden. Zwei Tage später waren die Eheleute von Rabbiner Dr. David Sander in Gießen religiös getraut worden.1 Das junge Paar hatte zunächst in Kesselbach gewohnt, wo Julius Jonas im Jahr 1904 ein Textilwarengeschäft gegründet hatte. Am 19. Juni 1904 war in Kesselbach Manfreds älterer Bruder Willi zur Welt gekommen. Am 20. Februar 1906 war ein weiteres Kind geboren worden, das aber schon nach zwei Stunden gestorben war. Anfang 1907 war die Familie mitsamt Textilgeschäft nach Londorf in die Grünbergerstr. 6 (heute Gießener Straße 49) übersiedelt, wo die Eltern bis zu den Novemberpogromen 1938 wohnen sollten. In Londorf wurde am 21. Oktober 1910 Manfreds Schwester Elli geboren.

Über den jüdischen Alltag in Londorf – dem Zentrum der jüdischen Gemeinschaft in der Rabenau – schreibt Artur Rothmann: „In der heutigen Gießener Straße befand sich die Synagoge. Bei dieser handelte es sich um einen alten dreistöckigen Fachwerkbau. Der Betraum lag in dem Gebäude nach hinten, vorne war die Lehrerwohnung, die später vermietet wurde. Der Betraum umfasste 80–100 Plätze, seine Decke war – wie bei vielen Synagogen – gewölbt und blau gestrichen mit aufgemalten goldfarbenen Sternen. Eine Galerie, auf der die Frauen getrennt von den Männern saßen, gab es nicht. In der Synagoge gab es sieben bis acht Torarollen […]. Zur Synagoge gehörte eine ‚Mikwa‘, ein Bad zur rituellen Reinigung, das hinter der Synagoge vor dem Abhang zur Lumda hin lag. Die Außenmauern sind noch zu sehen.“2

Zum Textilgeschäft von Manfreds Eltern Julius und Rosa Jonas heißt es bei Rothmann: „Sie handelten im Laden mit Wäsche, Hemden und Stoffen. Wenn Julius Jonas von Haus zu Haus ging, hatte er einen Stoffballen in ein schwarzes Segeltuch gehüllt, um den er einen Riemen schnallte. Den Packen trug er an einem Spazierstock über der Schulter und pflegte ihn den Leuten auf den Tisch zu donnern mit der Frage: ‚Wos fehlt hau‘ [Oberhessisch für: ‚Was fehlt euch?‘].“3

Manfred Jonas erinnert sich im Entschädigungsverfahren: „Die Art des Geschaeftes war, dass meine Mutter den ganzen Tag im Geschaeft taetig war und mein Vater die umliegende Doerfer im Umkreise von 10–15 km taeglich besucht hat. Das im Jahre 1904 gegründete Geschaeft meines Vaters hatte einen sehr ausgedehnten Kundenkreis, der zum grossten Teil aus Bauern und Fabrikarbeitern bestanden hat. Es war unumgaenglich das Geschaeft mit Krediterteilung zu betreiben und ich weiss genau, dass die Aussenstaende sich immer zwischen 8.–10.000 Mark beliefen […].“4

Ein Kleiderbügel aus dem Textilhandel der Familie Jonas; Aufschrift: „Julius Jonas Manufakturwaren Herren & Knabenkonfektion Londorf“; abgedruckt in Müller (2023), S. 97, Abb. 75 (© Cynthia Will, Darmstadt)

Die Umsätze beliefen sich nach Schätzungen von Manfred Jonas auf 35.50.000 RM; das Jahreseinkommen habe bei 810.000 RM gelegen. Die Textilwaren seien aus Frankfurt bezogen worden: „Die Fa. Bauer [aus Frankfurt, bei der Manfred Jonas später angestellt war] hat an das Geschaeft meiner Eltern Textil-Schnittwaren verkauft. […] Uebrigens hat mein Vater auch von anderen Firmen Textilschnittwaren bezogen, wie z. B. von der Fa. Aumann & Rapp in Frankfurt a.M. und Veith Wohlfarth, Frankfurt a.M.. Im vaeterlichen Geschaeft wurde ausser Textilschnittwaren auch noch Herrenkonfektion verkauft. Nach meiner Schaetzung waren die Umsaetze in Herrenkonfektion in etwa der gleichen Hoehe wie in Schnittwaren. In Londorf befand sich ausser dem elterlichen Geschaeft nur noch ein anderes in der ungefaehr gleichen Art.“5

Ebenso wie sein älterer Bruder Willi besuchte Manfred Jonas die Grünberger Realschule. Eingeschult wurde er in Sexta an Ostern 1917. In seiner Klasse waren zwei weitere jüdische Schüler: Alfred Joseph aus Londorf und (ab Quinta) Hermann Eckstein aus Kesselbach. An Ostern 1923 verließ Manfred Jonas die Schule mit der Obersekundareife, damals „Einjährig-Freiwilligen-Prüfung“ oder schlicht „Das Einjährige“ genannt; dieser Abschluss einspricht einem heutigen Realschulabschluss.

Die „Einjährigen“ (=Untersekundareife bzw. mittlerer Abschluss) der Grünberger Realschule an Ostern 1923;
jüdische Schüler: Hermann Eckstein (hintere Reihe, 1. v. l.), Manfred Jonas (mittlere Reihe, 1. v. l.), Alfred Joseph (mittlere Reihe, 1. v. r.) (© Archiv der Theo-Koch-Schule)

Wie es nach der Schule weiterging, schildert Manfred Jonas im Entschädigungsverfahren: „Danach habe ich das Bankfach gelernt und war dann von 1925 ab als Reisender fuer die Firma L. Bauer in Frankfurt a. M. taetig.6 Ich habe fuer die Firma Bauer, die juedisch war, bis ungefaehr Herbst 1938 arbeiten koennen. Danach war fuer mich als Juden eine weitere wirtschaftliche Betaetigung unmoeglich.“7 In einem späteren Schreiben präzisiert er: „Ich bin Reisender fuer die Firma Bauer & Co., Frankfurt a/M., Kaiserstr. 70, von 1929 [sic] bis November 1938 gewesen. Meine Gebiete waren Bayern, Wuerttenberg, Baden und Hessen – Nassau. Ende 1938 wurde die (juedische) Firma L. Bauer & Co. aufgeloest.“8

Im Ehemaligenverzeichnis der Oberrealschule Grünberg, abgedruckt in der Jubiläumsschrift von 1926, ist hinter Manfred Jonas‘ Namen „Kaufmann“ und als Aufenthaltsort „Londorf“ vermerkt. Dieser Irrtum kam vielleicht durch sein häufiges Pendeln zwischen der Großstadt und dem Heimatort zustande. Bei Artur Rothmann, der viele Zeitzeugenaussagen zum jüdischen Leben in der Rabenau gesammelt hat, heißt es: „Er [Manfred Jonas] fuhr ein Auto und wenn er zu Besuch kam, machten sich die Kinder des Dorfes einen Spaß daraus, ihm Nägel unter die Reifen zu legen, damit er einen Platten bekam.“9

Nach der Reichspogromnacht wurde Manfred Jonas aus der Eppsteinerstraße 43, seiner Wohnadresse in Frankfurt in das Konzentrationslager Dachau verschleppt, wo er vom 16. November bis zum 22. Dezember 1938 mit der Häftlingsnummer 30380 inhaftiert war.

Der Historiker Wolf Arno Kropat schreibt zu den Verhaftungen nach den Novemberpogromen: „Bereits am 9. November kurz vor Mitternacht hatte das Geheime Staatspolizeiamt in Berlin die nachgeordneten Gestapostellen im Reich beauftragt, die ‚Festnahme‘ von 20.000-30.000 Juden ‚vorzubereiten‘ […] Schon um 1.20 Uhr folgte dann ein Blitz-Fernschreiben des Chefs der Sicherheitspolizei Heydrich, das genauere Weisungen enthielt. Festzunehmen seien nur gesunde männliche Juden nicht zu hohen Alters. […] Daß auch Heydrch betonte, es sollten ‚insbesondere wohlhabende‘ Juden festgenommen werden, hing mit dem offenkundigen Ziel der Aktion zusammen: Die Verhaftung der Juden und ihre Verbringung in Konzentrationslager sollte offensichtlich als brutales Zwangsmittel dienen, um die ‚Arisierung‘ jüdischer Firmen und die Auswanderung der Juden aus Deutschland zu beschleunigen.“10

Von dieser Zielstzung dürfte Manfred Jonas zunächst nichts geahnt haben: „Für die betroffenen Juden“, so Kropat weiter, „stellte sich freilich erst im Laufe der Zeit heraus, daß ihre Verhaftung ’nur‘ befristet und als taktisches Druckmittel gedacht war. Sie hatten nicht nur den Schock einer willkürlichen Verhaftung zu ertragen, sondern wurden unter oft unter demütigenden Bedingungen zunächst in ein Sammellager und anschließend größtenteils in eines der Konzentrationslager Dachau, Buchenwald oder Sachsenhausen gebracht, wo sie unter selbst für KZ-Häftlinge katastrophalen Bedingungen auf engstem Raum zusammengepfercht wurden.“11

Aber auch nach seiner Entlassung hörten die Schikanen nicht auf: „Ferner“, so Manfred Jonas im Entschädigungsverfahren, „habe ich vom 9.1.1939 bis zum 28.4.1939 in Untersuchungshaft im Gefaengnis Frankfurt gesessen auf Grund der falschen Anschuldigung eines christlichen Kunden in Bayern, dass ich ihm Waren verkauft habe, ohne ihm dabei zu sagen, dass ich Jude sei. Ich habe 3 Monate in Haft verbringen muessen, bevor ich durch einen Brief die Unwahrheit der laecherlichen Beschuldigung nachweisen konnte.“12

Am 1. Juni 1939 heiratete Manfred Jonas seine Verlobte Ilse Ascher, geboren am 13. August 1907 in Bernburg an der Saale. Wegen ihrer jüdischen Herkunft hatte Ilse Ascher seit der Machtübernahme der Nazis traumatisierende Erfahrungen machen müssen – als verdeckte „Nichtarierin“ in einem stahlverarbeitenden Betrieb bei Düsseldorf13 und zuletzt als zurückgelassene, von der Gestapo gepeinigte Angestellte eines geflohenen jüdischen Anwalts in Frankfurt.14 Nun kam ein weiteres Trauma hinzu, denn bald nach der Hochzeit reiste Manfred Jonas in die USA aus – Ilse Jonas, inzwischen schwanger, blieb mit ihrer Mutter zurück.

Wie war es dazu gekommen? Als er im Dezember 1938 aus dem KZ Dachau entlassen worden war, hatte Manfred Jonas sich verpflichten müssen, „Deutschland bis zum 15.2.1939 spaetestens zu verlassen.“15 Daraufhin hatte er zwei Schiffspassagen für sich und seine Frau Ilse gebucht. Vielleicht hatte bei der Beschaffung der Affidavits der große Bruder Willi geholfen, dem bereits im September 1938 die Flucht in die USA gelungen war. Die Februar-Frist hatte Manfred Jonas natürlich nicht einhalten können, da er, wie berichtet, von Anfang Januar bis Ende April 1939 in Frankfurt in Untersuchungshaft saß. Nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis hatte er gehört, „dass ich auf der schwarzen Liste der Gestapo stehe. Daraufhin entschloss ich mich, Hals ueber Kopf, ohne meine Frau, aus Deutschland zu fluechten.“16

Es gelang ihm zunächst, nach England zu fliehen, wo er Ende Juli 1939 eintraf. Dort musste er sieben Monate auf sein amerikanisches Visum warten. Am 1. März 1940 – Manfred Jonas wartete immer noch auf seine Einreisepapiere –. brachte Ilse in Frankfurt den gemeinsamen Sohn Ralph Dan zur Welt. Einen Monat später, Anfang April 1940, gelangte der junge Vater schließlich in die USA – ohne Frau und Neugeborenes, das den Rufnamen Dan erhielt. Verzweifelt versuchte Manfred Jonas in den USA für seine Familie die Emigration in die Wege zu leiten.

Ilse Jonas beschrieb diese für beide Ehepartner traumatische Zeit später so: „Als mein Mann Deutschland verlassen musste war ich in Umstaenden. Unser Kind ist damals zur Welt gekommen als ich allein mit meiner Mutter und ohne Beschaeftigung in Deutschland unter den fuer Juden unertraeglichen Verhaeltnissen gelebt habe. Ich bin Anfang 1941 ausgewandert und habe in Deutschland meine Mutter und mein Kind zuruecklassen muessen.“17

Die Ausreise verlief nicht reibungslos: In Lissabon, Portugal, musste Ilse eine Weile ausharren, weil ihr Visum abgelaufen war. In Manfred Jonas‘ Entschädigungsakte ist ein Telegramm enthalten, das Ilse Jonas im März 1941 aus Lissabon an einen gewissen Jonas Schonfeld in New York schrieb: „DAMPFER AUSGEFAHREN VISUMSVERFALL 22 APRIL KEINE PASSAGE HILF DU ERBITTE TELEGRAFISCH DOLLARHUNDERT […].“18

Wieder vereint, lebte das Ehepaar Jonas in New York. Zu den Sorgen um die in Nazi-Deutschland zurückgebliebenen Familienmitglieder – den Säugling Dan, Ilses Mutter, Manfreds Eltern und seine Schwester Elli – kamen die harten Existenzbedingungen für jüdische Exilanten: „Nach meiner Einwanderung in U.S.A. in 1940 habe ich bis 1944 mit Buerstenwaren gehandelt, die ich direkt an Privatkunden verkaufte. Mein woechentliches Einkommen in den Jahren 1940 – 1944 betrug etwa $25.-–50.-.“19

Was geschah mit den Zurückgebliebenen? Manfreds jüngere Schwester Elli hatte nach der Volksschule die jüdische Haushaltsschule in Frankfurt a. M. besucht. Ab Februar 1933, also im Alter von 22 Jahren, hatte sie als Kindergärtnerin in dem reformpädagogischen jüdischen Landschul- und Kinderheim Caputh bei Potsdam gearbeitet. Wegen des schlechten gesundheitlichen Zustandes ihrer Eltern war sie 1939 nach Londorf zurückgekehrt. Ab Ende November 1940 hatte sie als Köchin in Frankfurt a. M. gearbeitet und im Reuterweg 91 gewohnt. Im Jahr 1941 lebte sie im Mauerweg 34 in Frankfurt. Aus diesem Haus, das im Frankfurter Westend lag, wurde Elli Jonas mit ihrem anderthalbjährigen Neffen Ralph Dan Jonas am 20. Oktober 1941 in das Ghetto Lodz deportiert. Vermutlich war Dans Großmutter mütterlicherseits, deren Namen wir nicht kennen, in demselben Transport.

Über die Deportation vom 19. bzw. 20. Oktober 1941 schreibt die Historikerin Monica Kingreen: „Diese erste Massendeportation aus Frankfurt a.M. betraf 1.125 Personen, die nach Lodz im besetzten Polen in das dortige Ghetto gebracht werden sollten. Fast alle wohnten im besten Viertel der Stadt, dem Westend. Viele Personen waren darunter, die aus dem weiteren Umland in der Stadt Zuflucht gesucht hatten. Die Frankfurter Gestapo, die die Deportationen organisierte, hatte die Namenslisten allein nach dem Vermögeen der betroffenen Menschen sowie den dann freiwerdenden Wohnungen zusammengestellt.“20

Elli Jonas und ihr Neffe Dan wurden „[a]m Morgen des Sonntag, dem 19. Oktober 1941, […] in der Frühe zwischen 6 und 7 Uhr überfallartig, ohne jede Vorwarnung, in ihren Wohnungen von bewaffnten SA-Leuten aufgesucht.“21 Es wurde Elli Jonas eröffnet, „dass Sie innerhalb von 2 Stunden Ihre Wohnung zu verlassen haben. Die beauftragten Beamten sind gehalten, bis Sie Ihre Koffer gepackt und Ihre Wohnung ordnungsgemäß hergerichtet haben, bei Ihnen zu bleiben und Sie alsdann zum Sammelplatz zu bringen. […] Außerdem haben Sie sich selbst ein Schild um den Hals zu hängen, auf dem Ihr Name und Geburtstag angegeben sind, sowie [die] Kennummer“.22

In der städtischen Großmarkthalle an der Hanauer Landstraße wurden Elli und Dan Jonas mit den mehr als Tausend anderen Proskribierten gesammelt, „und zwar so, dass die bewachten, mit Wartenummern versehenen Menschen den Keller vom Ostflügel – dem Kühlhaus mit seiner Eisfabrik – her über eine breite Rampe betraten, dann den etwa 300 Meter langen Weg vor den Lagerräumen im Süden entlanggeführt wurden, daraufhin die Westseite passierten und schließlich einzelne Kontrollstationen an aufgestellten Tischen durchlaufen mussten – ‚durchgeschleust‘ wurden. […] Nach diesen Abfertigungen, die sich bis weit in die Nacht hinzogen, wurden die Menschen in einen Raum im Ostflügel geführt, der mit Matratzen ausgelegt war. Im Keller der Großmarkthalle soll es nach Berichten eines Augenzeugen ‚dort in der Nacht schrecklich zugegangen sein mit Misshandlungen etc.‘.“23

Nach einer langen Zugfahrt über Berlin und Posen wurden Elli Jonas und ihr anderthalbjähriger Neffe mit den anderen Deportierten in die polnische Stadt Lodz gebracht, „umbenannt in ‚Litzmannstadt‘, wo ein heruntergekommener Stadtteil mit mehrstöckigen Mietshäusern als Ghetto für 160.000 Personen abgetrennt worden war. Zwangzigtausend reichsdeutsche Juden, darunter die Frankfurter, wurden dort nun im Herbst 1941 ‚eingesiedelt‘. Auf dem Weg ins Ghetto sah [eine Augenzeugin aus Frankfurt] ‚unaufhörlich Bilder nie geschauten Elends‘. Sie beschreibt in ihren Erinnerungen die Kinder ‚als in Lumpen gewickelte Skelette, barfüßig von Kot überkrustet‘ […].“24

Sollten Elli Jonas und ihr Neffe Dan den grassierenden Hunger und die Krankheiten im heillos überfüllten Ghetto überlebt haben, dürften sie spätestens im Mai 1942 auf einem der „Aussiedlungs“-Transporte in das 14 Kilometer entfernte Chelmno/Kulmhof ums Leben gekommen sein. „In einem Herrenhaus war [dort] seit Januar ein Vernichtungslager in Betrieb, wo die Menschen in ‚Gaswagen‘, in die etwa 50 Personen passten, auf der Fahrt in das vier Kilometer entfernte Waldlager getötet wurden. Dort waren jüdische Häftlinge gezwungen, die Leichen aus dem Wagen zu entladen, sie nach Wertsachen wie Gold zu untersuchen, ihnen Goldzähne zu ziehen, Ringe abzunehmen und sie dann in Massengräbern in mehreren Reihen übereinander zu legen. Später wurden die Massengräber wieder geöffnet, die Leichen verbrannt und die Knochenreste mit einer Knochenmühle zermahlen.“25

Elli und Dan Jonas haben kein Grab. Dans Mutter Ilse zog nach dem Krieg Erkundigungen beim Internationalen Suchdienst ein. Sie erfuhr, dass ihr Sohn nach Lodz deportiert worden war. Von der Deportation an sich hatte sie schon früher erfahren: „Ich bin Anfang 1941 ausgewandert und habe in Deutschland meine Mutter und mein Kind zuruecklassen muessen. Als ich dann spaeter in 1941 die Nachricht von ihrer Deportation erhielt, traf sie mich […] so schwer, dass ich mich von den Folgen nie wieder erholt habe.“26

Im Jahr 1945 brachte Ilse Jonas in New York ihren Sohn Jeffrey zur Welt. Nach einem halben Jahrzehnt im Exilland hatte sich die finanzielle Lage der Familie Jonas allmählich konsolidiert, wie Manfred Jonas, der sich in den USA Fred nannte, berichtet: „Von 1945 ab ist mein Einkommen gestiegen, da ich dann meine Taetigkeit [als Reisender] aenderte. […] Vom 1. Januar 1948 ab habe ich ein ausreichende Einkommen gehabt.“27

Auch wenn die äußere Situation sich gebessert hatte – die psychische Belastung der jungen Familie muss unerträglich gewesen sein; hatten doch die Jonas‘ noch ein weiteres Trauma zu verkraften: die Ermordung von Manfreds Eltern.

Bereits bei der Reichspogromnacht hatten Rosa und Julius Stiebel einen schweren Schock erlitten. Manfred Jonas berichtet: „Im November 1938 wurde das Geschaeft durch die Nazis zerstoert. Mein Vater hat dann sein Geschaeft aufgegeben, da er als Jude keine wirtschaftliche Moeglichkeit mehr hatte.“28

Seit der Machtübernahme der Nazis, so erinnert sich Manfred Jonas, hatten seine Eltern geschäftliche Verluste hinnehmen müssen: „Hinsichtlich des Rueckgangs der Umsaetze nach 1933 moechte ich bemerken, dass das vaeterliche Geschaeft in den jahren 1935 und 1936 um etwa 20% zurückgegangen war und von 1937 ab wohl mehr als die Haelfte des normalen Umsatzes nur noch aufwies.“29

Manfred Jonas hatte das zerstörte Elternhaus selbst gesehen: „Am 9. November [1938] war ich geschaeftlich in Muenchen und bin in Anbetracht der Vorgaenge der sogenannten Kristallnacht, mit meinem Auto zurueck nach Frankfurt a.M. gefahren, wo ich abends gegen 10 Uhr ankam. Am folgenden Morgen, den 11. November, bin ich sofort zu meinen Eltern nach Londorf gefahren und fand das Haus verschlossen vor. Von Nachbarn hoerte ich, dass ich meine Mutter im Hause von Leopold Wertheim finden wuerde [Kirchgasse 12]. Dort fand ich sie in einem furchtbaren Zustande vor, vollkommen verstoert im Bett liegend, und war sie kaum faehig zu sprechen. Mein Vater war verhaftet und, wie sich später herausstellte, nach Buchenwald abtransportiert worden.“30

Verantwortlich für den Pogrom waren, wenn Manfred Jonas richtig informiert war, nicht die Londorfer Nazis: „In der Kristallnacht sind, wie mir meine Mutter dann erzaehlte, SA Kolonnen, die nicht von Londorf, sondern von auswaerts kamen, ins Haus gekommmen und haben angefangen mit der Axt in der Hand die Moebel zu zerschlagen, sind dann in den Geschaeftsladen und haben dort die Einrichtung vollkommen zertruemmert, und den groessten Teil der Ware auf die Strasse geworfen, die nie wieder den Weg ins Geschaeft zurueckgefunden hat.“31

Zerstört wurden nach Angaben von Manfred Jonas die 1927 neu gekaufte Ladeneinreichung im Wert von 4.000 RM, drei Viertel des Schnittwarenlagers im Wert von 10.000 bis 12.000 RM, das Zimmer mit Herren- und Knabenkonfektion im ersten Stock mit 70 bis 80 Stücken im Wert von 4.000 bis 5.000 RM, das Wohnzimmer und die Küche sowie zwei Schlafzimmer im ersten Stock. Auch „sentimentale Artikel, wie 1 goldener Becher aus dem 16. Jahrhundert mit Hess. Wappen, 1 Silberkasten fuer 12 Personen, 1 goldene Herrenuhr mit Deckel und Kette, 1 goldener Siegelring, 1 Anstecknadel mit Brillianten, sowie diverse Silbersachen zum Aufstellen, waren verschwunden.“32

Manfred Jonas konnte über die Wohn- und Besitzverhältnisse seiner Eltern deshalb so gut Auskunft geben, weil er als Vertreter der Frankfurter Firma Bauer & Co seinem Vater „den groessten Teil seines Schnittwarenlagers von der Firma Bauer verkauft [hatte]. Seit 1933 bin ich mit ganz wenigen Ausnahmen fast jedes Wochenende in Londorf gewesen und war daher über das Geschaeft sehr gut orientiert.“33

Für den Augenzeugen Manfred Jonas wurde die Anwesenheit in seinem Heimatort gefährlich: „Als ich mir die vorher geschilderten Verhaeltnisse im Hause ansah, kam ploetzlich die Polizei und warnte mich, dass man mich auch verhaften wuerde, wenn ich das Haus und Dorf nicht innerhalb einer halben Stunde verlassen wuerde. Ich habe das Haus dann abgeschlossen, mich von meiner Mutter verabschiedet und bin nach Frankfurt zurueckgefahren. Hier wurde ich dann am 16. November verhaftet und nach Dachau abtransportiert. Leider sind meine Eltern, sowie alle damals ansaessigen Juden, welche die Vorgaenge genau beschreiben koennten, waehrend des Kriegs ins Konzentrationslager abtransportiert worden und nie wieder zureuckgekehrt.“34

Die Ermittlungen im Entschädigungsverfahren ergaben schließlich, dass es doch noch eine Überlebende aus Londorf gab: Ruth Wertheim, die Tochter von Emma und Leopold Wertheim, bei denen Rosa und Julius Stiebel nach der Zerstörung ihres Hauses Unterschlupf gefunden hatten. Sie sollte später die Deportation von Julius und Rosa Stiebel nach Theresienstadt bezeugen. Außerdem fand sich als weitere Zeugin Marie Röhrig, geborene Theiß, die 1925 im Alter von 15 Jahren sie war der gleiche Jahrgang wie Elli Jonas als Hausgehilfin im Jonas’schen Haushalt anfing und diese Stellung bis 1928 und nochmals von 1931 an aushilfsweise innehatte.

Zu den Ereignissen der Pogromnacht gab Marie Röhrig bei ihrer Befragung zu Protokoll: „Es ist richtig, daß ich von den Zerstörungen der Kristallnacht gehört habe, diese waren Stadtgespräch. Ich kann aber nicht angeben, inwieweit sie auf das Anwesen Jonas zutreffen. Nachgeschaut hatte ich in dieser Zeit nicht mehr.“35

Befragt nach den Zerstörungen in Manfred Jonas‘ Elternhaus, bezeugte Marie Röhrig: „Die Frage kann ich kaum beantworten, denn ich weiß nicht, ob und welche Sachen geplündert wurden. Eine Zurückgabe an die Erblasser [Rosa und Julius Jonas] dürfte kaum erfolgt sein. Ich kann mich auf die mir gut bekannte Ruth Wertheim besinnen, die von 1945 bis 47, bei mir hier im Hause, Kirchgasse 12, wohnte und die 1945 ihre Ansprüche stellte. […] In diesem Haus, Kirchgasse 12, wohne ich seit 1943. Bei meinem Einzug, oder deutlicher gesagt, bis zu meinem Einzug, wohnten Jonas hier im Haus. Mir ist weiter bekannt, daß neben Jonas auch die Wertheim und die Stern in diesem Haus wohnten. Die Familien kamen m.E. im Herbst 1942 fort, wohin weiß ich nicht. Die Ruth Wertheim ist mit der Familie Jonas zusammen gewesen.“36

Auf die Frage, ob das Haus in der Kirchgasse 12 als Sammelunterkunft für jüdische Personen gedient haben könne, antwortete Marie Röhrig: „Es ist durchaus möglich, daß dies Haus, Kirchstraße 12, als sogenanntes Judenhaus in Londorf bereitsgestellt wurde. Denn Jonas hat ja sein Haus in der Grünberger Straße 6 gehabt und wohnte dann mit Wertheim und Stern hier in diesem Hause bis Herbst 1942 (dem Tage ihres Abtransports). Wann sie aus der Grünberger Straße hinaus mußten, weiß ich nicht. Eine Familie Ernst Hillgärtner aus Londorf hat das Haus noch von den Jonas gekauft.“37

Fast vier Jahre lebten die Jonas‘, wenn Marie Röhrig richtig informiert war, mit Wertheims und Sterns in der Kirchgasse 12. Am 14. September 1942 wurden Rosa und Julius Jonas zusammen mit Emma und Leopold Wertheim, ihrer Tochter Ruth, Emma Wertheims Vater David Stern und den in der Allendorferstraße 14 wohnenden Markus und Betty Kares aus Londorf über Gießen und Darmstadt nach Theresienstadt deportiert.

„Ich war damals 15 Jahre alt“, schrieb Ruth Wertheim 1993 in einem Brief an die Historikerin Monica Kingreen, „als der Befehl kam, einen kleinen Koffer zu packen und sich zur Abreise fertigzumachen. Da ich schon so viel herumgeschubst worden war (Aufenthalte zur Schulausbildung in der Jüdischen Bezirksschule in Bad Nauheim und dann in Frankfurt sind gemeint, MK), war ich nicht so voller Angst, wie ich eigentlich hätte sein müssen. Erst heute weiß ich, wie herzzerbrechend dies für meine Eltern und meinen Großvater, der 75 Jahre alt war, gewesen sein muß. Sie mußten ihre Lebenszeit zurücklassen mit all den Dingen, die sie zusammengetragen und geliebt hatten.“38

Der spätere Bürgermeister von Londorf, Wissner, schrieb am 28. Februar 1946 an den Internationelen Suchdienst in Bad Arolsen: „Julius Jonas ist nach Aussage der hier wohnenden Rut [sic] Wertheim im Januar oder Februar 1943 in Theresienstadt (KZ. Lager) gestorben, er war darmleidend. Rosa Jonas geb. Stiebel wurde nach Aussage der Rut [sic] Wertheim, die auch in Theresienstadt inhaftiert gewesen war, etwa ein Jahr nach dem Tod von Julius Jonas nach dem Lager Auschwitz verschickt, über das weitere Schicksal vermag Rut [sic] Wertheim keine Angabe zu machen. Die Leiche des Julius Jonas soll in Theresienstadt verbrannt worden sein.“39

Aus den Einträgen im Gedenkbuch des Bundesarchivs geht hervor, dass Julius Jonas am 14. Dezember 1942 in Theresienstadt starb also etwas früher als von Ruth Wertheim erinnert. Rosa Jonas wurde laut Gedenkbuch am 16. Mai 1944 aus Theresienstadt nach Auschwitz deportiert und dort ermordet.

Manfred Jonas starb am 16. Oktober 1994 in Forest Hills, New York. Seine Ehefrau Ilse starb dort fünf Jahre später, am 8. Juli 1999.


  1. Nach Müller (2023), S. 55, stammte Dr. Sander aus Kurnick/Schrimm in Posen, „war Nachfolger von Dr. Benedikt Levi als Rabbiner der liberalen israelitischen Gemeinde [Gießen], betreute von 1933 bis zu seinem Tode auch die Mitglieder der orthodoxen israelit. Gemeinde, war Provinzialrabbiner […]. Er wohnte in Landgrafenstr. 8 […] und starb [1939] in der Chirurgischen Universitätsklinik“. ↩︎
  2. Rothmann, in: Hofmann u. Jung (2008), S. 72 f. ↩︎
  3. Ebd., S. 94. ↩︎
  4. Entschädigungsakte Julius und Rosa Jonas, Erben Manfred und Willy Jonas, Bl. 49. ↩︎
  5. Ebd., Bl. 73. ↩︎
  6. Bei Rothmann, in: Hofmann u. Jung (2008), S. 95, heißt es: „Manfred meldete sich im August 1925 nach Frankfurt ab. Eine Zeitzeugin hat in Erinnerung, dass er bei einer Frankfurter Bank arbeitete.“ ↩︎
  7. Entschädigungsakte Manfred Jonas, Bl. 5. ↩︎
  8. Ebd., Bl. 20. ↩︎
  9. Rothmann, in: Hofmann u. Jung (2008), S. 95. ↩︎
  10. Kropat (1988), S. 167. ↩︎
  11. Ebd. ↩︎
  12. Entschädigungsakte Manfred Jonas, Bl. 6; zu den Details der Anklage vgl. die Untersuchungshafts-Akte von Manfred Eckstein. ↩︎
  13. Im April 1957 gab Ilse Jonas zu Protokoll: „Ich war vom 1.1.1931 in dem Buero OSTERLOH in Duesseldorf als Bueroangestellte taetig. Dieses Buero war das sogenannte Abwicklungsbuero der Vereinigten Stahlwerke. Ich war die einzige Volljuedin, die in diesem rein-christlichen Buero angestellt war. Kurz nach Hitlers Machtuebernahme – ich weiss heute nicht mehr den genauen Monat – ist das Buero Osterloh in das Gebaeude Stahlhof in Duesseldorf verzogen, wo sich auch alle uebrigen Bueros der Vereinigten Stahlwerke befanden. Da ich nach meiner Erinnerung die einzige Juedin in dem Betrieb war, war ich insbesondere nach dem Umzug in den Stahlhof den schwersten inneren Konflikten ausgesetzt. Dies kam daher, dass in dem Betrieb selbst der Hitlergruss vorgeschrieben war und ich unter der bestaendigen Furcht lebte als Juedin entdeckt zu werden und meines Berufs verlustig zu gehen. Ich bemerke, dass mein direkter Vorgesetzter, Herr Osterloh, der Einzige in dem Betrieb war, der meine nichtarische Abstammung kannte. Das Geheimhalten meiner juedischen Abstammung und das äussere Mitmachen im Hitlergeist lasteten schwer auf mir. Herr Osterloh hat mich damals immer beruhigt und gesagt, dass ich keine Furcht zu haben brauche und ruhig in dem Betrieb weiter arbeiten sollte. Ich erinnere mich insbesondere, dass ich natuerlich auch Betriebsversammlungen mitmachen musste, die damals voellig im Hitlergeist gefuehrt wurden und in denen ich das ‚Heil Hitler‘ und den Hiltlergruss wie alle Anderen mitmachen musste. Ich habe so fast 2 Jahre lang ‚illegal‘ in dem Betrieb Osterloh gearbeitet, bis sich die Lage fuer mich anlaesslich der Nuernberger Gesetze so zuspitzte, dass ich diesen Zustand des ‚Doppellebens‘ nicht mehr ertragen konnte.“ (Entschädigungsakte Ilse Jonas, geb. Ascher, Bl. 4.) ↩︎
  14. „Am 1. November 1938 trat ich als Sekretaerin bei dem juedischen Rechtsanwalt Dr. Fraenkel in Frankfurt a.M. ein, der damals als Devisenberater fuer juedische Auswanderer taetig war. Dr. Fraenkel fluechtete in der Kristallnacht November 1938 von Frankfurt a.M. nach Bruessel und liess mich allein in seinem Buero zurueck. Nach seiner Flucht wurde ich das Opfer fast taeglischen Verhoers durch die Frankfurter Gestapo. Man hat mich damals tagelang vernommmen, da die Gestapo glaubte ich haette ueber die Gerschaeftsfuehrung des Dr. Fraenkel und seine ploetzliche Flucht Bescheid gewusst. […] Ich erinnere mich heute noch mit Schrecken an die Wochen des Verhoers durch die Gestapo in Frankfurt a.M. und erinnere mich ferner daran mit welchem grossen Schrecken ich jedesmal in das Gestapogebäude ging. Ich habe bei jedem Verhoer geglaubt, dass man mich dort behalten und in ein Konzentrationslager bringen wuerde. Die Gestapo hat damals angeordnet, dass ein Gestapobeamter staendig in dem Buero anwesend sein sollte, um das Geschaeft zu ueberwachen. So habe ich bis etwa Febr. 1939, also 3 Monate lang, taeglich unter Aufsicht eines Gestapobeamten in dem Buero des Dr. Fraenkel weiter gearebeitet und die vorkommenden Bueroarbeiten so gut erledigt wie ich konnte. Die Vorgaenge haben aber damals meine Gesundheit so untergraben, dass ich im Februar 1939 am Ende meiner Kraefte war. Ich erinnere mich, dass ich eines Morgens nicht mehr in der Lage war ins Buero zu gehen, weil ich nicht mehr unter dem furchtbaren Druck weiterabeiten konnte. Hinzu kam, dass mein damaliger Verlobter und jetziger Ehemann am 16.11.1938 ins Konzentrationslager Dachau verbracht worden war aus dem er am 22.12.1938 entlassen wurde. Er war damals einige Wochen zurueck als er wieder am 9.1.1939 in Untersuchungshaft in das Gefaengnis in Frankfurt a.M. gebracht wurde, wo er faelschlich von einem seiner christlichen Kunden beschuldigt worden war, er habe eine Ware verkauft ohne ihm dabei zu sagen, dass er Jude sei. Mein Mann ist damals ueber 3 Monate in Untersuchungshaft gewesen. Er ist Ende April 1939 entlassen worden und hat dann die erste Moeglichkeit ergriffen aus Deutschland auszuwandern.“ (Ebd., Bl. 5.) ↩︎
  15. Entschädigungsakte Manfred Jonas, Bl. 6. ↩︎
  16. Ebd. ↩︎
  17. Entschädigungsakte Ilse Jonas, Bl. 6. ↩︎
  18. Entschädigungsakte Manfred Jonas, Bl. 9. ↩︎
  19. Ebd., Bl. 5. ↩︎
  20. Kingreen (2023), S. 42. ↩︎
  21. Ebd. ↩︎
  22. Verfügung der Staatspolizeistelle Frankfurt a. M., zitiert nach ebd., S. 43. ↩︎
  23. Ebd., S. 50. ↩︎
  24. Ebd., S. 54. ↩︎
  25. Ebd., S. 65. ↩︎
  26. Entschädigungsakte Ilse Jonas, geb. Ascher, Bl. 6. ↩︎
  27. Entschädigungsakte Manfred Jonas, Bl. 5. ↩︎
  28. Entschädigungsakte Julius und Rosa Jonas, Erben: Manfred und Willy Jonas, Bl. 11. ↩︎
  29. Ebd., Bl. 73. ↩︎
  30. Ebd., Bl. 48. ↩︎
  31. Ebd. ↩︎
  32. Ebd., Bl. 49. ↩︎
  33. Ebd., Bl. 48. ↩︎
  34. Ebd., Bl. 49. ↩︎
  35. Ebd., Bl. 56 v. ↩︎
  36. Ebd. ↩︎
  37. Ebd. ↩︎
  38. Kingreen (2000), S. 25 f. (Übersetzung aus dem Englischen von Monica Kingreen). – Zu den Deportationen aus Oberhessen im September 1942 über Gießen und Darmstadt nach Theresienstadt vgl. Kingreen (2023), S. 321–325 („Vorbereitungen“); S. 338–346 („Die Deportationen aus Oberhessen“); S. 346–350 („Die Zusammenführung der Deportierten in Darmstadt“), S. 351–355 („Die Deportation am 27. September 1942 in das Ghetto Theresienstadt“). ↩︎
  39. ITS-Akte von JONAS, ROSA, Bl. 3. ↩︎

Quellen: